Mittwoch, 29. Juli 2015

Bautagebuch vom Juli

Außenmauer Verwaltungsgebäude
Pavillon 1 von 3
Nachdem unsere Baustelle einige Wochen ruhen musste, da wegen der sehr lange andauernden Regenzeit die Flüsse so angeschwollen waren, dass keinerlei Material aus Port-au-Prince angeliefert werden konnte, geht es nun im Sauseschritt weiter voran. In den letzten Wochen wurden große Fortschritte gemacht. Beim Verwalterhaus ist das Erdgeschoss in Arbeit. Die drei Kindergarten-Pavillons sind im Rohbau fast fertig. Der mit dem Bau der kleinen Stühle, Tische und der Regale beauftragte Schreiner ist täglich vor Ort, da er die Möbel für seine Verhältnisse komfortabel in unserem Container-Depot fertigen darf. Dort ist derzeit noch ein Generator zur Verfügung und die fertigen Möbel können ohne Transportschwierigkeiten gleich vor Ort gelagert werden. C. Rébert-Graumann
Schreiner beim Möbelbau



Montag, 27. Juli 2015

Nachrichten aus Haiti

Mais kurz vor der Ernte
Eltern beim monatl. Arbeitseinsatz
Nach neusten Informationen aus Haiti ist die Regenzeit endlich zu Ende. Das Gemüse wächst und der Mais wurde sogar schon geerntet. Die Körner werden getrocknet und anschließend gelagert. Die Hälfte wird als Saatgut verwendet, die andere Hälfte zur Ernährung für die Kinder, die ab Oktober in den Kindergarten gehen werden. Bohnen und Reis werden demnächst reif und es wird ebenso damit verfahren. Die Hälfte wird grundsätzlich als Saatgut zur Seite getan.  
Stoffausgabe für Schuluniformen
Täglich kommen Eltern, die ihren monatlichen Arbeitstag leisten müssen. Zum Erkennen tragen sie am Arbeitstag Leuchtwesten, die sie abends wieder abgeben müssen. Im Juni und Juli wurden nach dem Arbeitseinsatz die Stoffe für die Schuluniformen ausgeteilt. Jedes Kind bekommt zwei Uniformen, bzw. den Stoff dafür. Die Eltern erhalten eine Vorlage, wie die Uniform auszusehen hat, die dann in eigener Regie, oder im Tauschgeschäft genäht wird. Bisher sind alle Eltern sehr engagiert bei der Arbeit, sie freuen sich  aber dann über eine Tasse Kaffee mit viel Zucker, wenn der Arbeitstag endet. Eine kleine Geste unseres zukünftigen Verwalters Guerino, da sich kaum jemand des Luxus eines Kaffees mit Zucker leisten kann.
Cornelia Rébert-Graumann


Donnerstag, 25. Juni 2015

vorerst letzter Bericht aus Haiti

Auch heute möchte ich Euch wieder Haiti pur aus Roswithas Sicht präsentieren. Bewunderung für ihren Mut, dass sie dieses Mal alleine die Reise unternommen hat und enorm viel erledigt und erreicht hat.
Hallo, meine letzte Mail aus Haiti, ich hoffe doch sehr, dass ich morgen nach Hause reisen darf.
Haben ja die 3 haitianischen Dauerthemen, Stau, keinen Strom und jeden Tag Regen und Gewitter. Dadurch dass so wenig Strom ist, kann man auch oftmals niemanden anrufen, da die Telefone nicht aufgeladen sind. Auch Guivens und Guerino, egal wo wir sind, packen immer zuerst das Telefon und das Ladegerät aus und zapfen Strom.
Bei meinen wunderbaren Hausleuten, brach heute nacht das Batteriesystem zusammen und um 4 Uhr morgens startete der Generator. Conny weiß es, man steht direkt aufrecht im Bett….
Der Vorteil ist, man kann schon viel morgens erledigen.
Es war ein Riesenprogramm. Treffen um 7 Uhr mit Rachelle, Übergabe der Patenschaften, nochmals Planung Treffen Freitag in Bellanger zum Schulabschluss. Warteten auf die Öffnung vor dem Stoffgeschäft, konnten uns noch recht nett und wirklich sehr ‚tief‘ über Haiti und die Situation unterhalten. Rachelle ist eine wunderbare junge Frau geworden und wird sicherlich ihren Weg machen. Hoffentlich fällt sie nicht auf einen ‚schlechten Mann‘ rein. Kaufte ca. 10 mtr. mehr pro Farbe und Artikel, da ich dann den ganzen noch eingepackten Ballen Stoff bekam und wir nicht das Abmessen anfangen mussten. Also wir haben nun je 2 Ballen blau und rot kariert für die Oberteile, je 1 x rot und 1 x blau Ballen für die Shorts. Sowie 17 onen für die 100 Stofftaschen. Hier rechnet man ja in Onen und ich machte Guerino aus einer Schnur ein Muster der Länge, damit er es einfacher verteilen kann. Suche in anderen Geschäften nach dem Gummi für die Shorts, wurde bis auf 10 onen fündig, die muss irgendwo Guerino auf dem Markt kaufen. Danach ins Farbengeschäft. Hatte von unseren beiden Ingineuren eine lange Liste. 3 verschiedene Farben für die Kindergarten Pavillons, 4 Farben für die Holzstühle, sowie Grundierfarben in verschiedenen Farben, weiß Farbe, Pinseln……Mein Auto war danach bis unter die Decke voll und die Farben sind ja extrem schwer. Jetzt nochmals Schneiderin, brachte den blauen Stoff für das Muster der Buben, sowie den Stoff für die Taschen, zahlte alles gleich. Benötigen 100 Kopien der Kinderakten, Kopien der Uniform, des Reglements, noch einiges für den Start des Kindergartens. Es gibt in der Stadt einen großen Xerox Kopie Shop. Klappt alles gut. Kaufe die 4. Matratze und nochmals die Schaumgummi Matratzen für 1 Klasse Kindergarten. Das Geschäft weigert sich aber die Auslieferung zu Guivens zu machen, wohnt ja am Ende der Welt, dort wo die ganzen Erdbebenopfer angesiedelt wurden, in Caanan. Können alles bei Herrn Olfs anliefern, also er wird dann die Matratzen mit den Solarpanels verladen. Klappt gut.
Fahre ganz weit runter Delmas (schon wilde Viertel) und kaufe dort nochmals 3 Regale für die Depots im Kindergarten. Aber dieses Mal nicht aufgebaut. Binden mit Schnüren die Seitenteile auf der Ladefläche fest, müssen die 3 sehr schweren Kartons mit den Einlegeböden auf die Ladefläche legen. Meine beiden Ingenieure werden etwas später zum vereinbarten Treffpunkt kommen, da Guivens den ganzen Morgen auf Behörden ist, um die Versicherung für seinen LKW zu zahlen. Ich nütze die Zeit und fahre noch zu BND, die ja auch ganz unten in der Stadt sind, deponiere dort einen Karton mit allen Sachen, die ich nicht im Auto lassen will, wenn es morgen in die Werkstatt kommt. Wie Verbandskasten, Luftpumpe, Werkzeug…..verabschiede ich und bin wirklich dankbar, dass wir dort arbeiten durften.
Fahre nun zum Treffpunkt mit G/G an der Flughafenstrasse, musste in einer Kurve langsamer fahren und sehe im Rückspiegel, wie einer einen Karton mit den Einlegeböden mir vom Pick up klaut und wegrennt. Der Fahrer von einem parkenden TapTap, zeigt in die Richtung, ich drehe wütend auf der Straße um und sehe vorne meinen Karton zwischen Autos stehen und auf der ca. 2 mtr. Straßen Anhöhe lungern mindestens 15 Typen rum. Halte, mache mein Fenster runter – ich weiß im Nachhinein, mit meinem vollgepackten Auto hätte ich das nicht machen sollen. Schreie raus ‚ladet mir meinen Karton auf‘. Zwei kommen langsam runter und meinen ‚steig doch aus und hol ihn Dir‘. Das geht ganz kurz hin und her und ich sage ganz laut, BITTE, BITTE lade ihn auf. Er meint, ok mit Bitte ist das was anderes. Sie schmeißen mir den nun schon beschädigten Karten auf die Ladefläche. Fahre wie der Teufel und habe Panik, dass mir an den Kreuzungen wieder wer drauf springt. Am Treffpunkt kleben wir wieder den Karton zu und laden schon mal in Guivens Auto um. Meine beiden Männer sind voller Bewunderung für mich!!!!
Wieder ein Geschäft, wo wir Eisenbleche, Stange, Regenrinne, Schrauben usw kaufen. Geht eine Ewigkeit.
Wir reklamieren, dass der letztes Jahr gekaufte Zement-Sealer steinhart ist, war für das Reservoir innen gedacht. G/G haben leider die Dosen in Bangange vergessen. Langes Palaver hin und her, bekommen trotzdem 2 neue mit. Alle Bestellungen muss morgen der LKW von Guivens abholen.
Noch in einem anderem Geschäft 7 Tonnen Stahl, wieder in einem anderen Geschäft bestellen wir 1000 Sack Zement und die Fliesen für den Kindergarten. Letzte Aktion in einer Druckerei die Quittungsbücher für den Kindergarten bestellen. Sie werden in hellblauen Karton sein und in 2 Wochen fertig. Hatten als Logo ähnlich wie Tonel Pa Nou gewählt, die konnten es aber nicht vom Stempel übernehmen, wird nun Benson per Computer kreieren und hin mailen. Packen nun den Pickup von Guivens, decken und schnüren alles zu. Verabschieden uns mit Wehmut, haben, viel viel erreicht und gemacht. Wenn nun das Wetter mal besser wird, geht die Baustelle wieder weiter. Fahre auf der breiten Flughafenstrasse hinter einem grossen Pick up. Ist ja Hauptverkehrszeit, ich höre Polizeisirenen, bedeutet ja nichts in Haiti, die machen die auch an, wenn Sie ein Cola kaufen gehen. Das Polizeiauto prescht an mir rechts vorbei und stoppen amerikanisch quer das Auto, was genau vor dem großen Pick up fährt. Wir beide Vollbremsung und ich fahre rechts vorbei, sehe wie die Polizei schon 2 mit erhobenen Händen aus dem Auto geholt hat und die anderen auch gerade aus dem Auto gezerrt werden. Die Polizei mit Maschinengewehren usw. schwerst bewaffnet, Typen die nicht fackeln. Bereue, dass ich kein Foto machen kann, denke ist aber besser doch schnell weiterzufahren. Welch ein verrückter Tag.
Treffe mich dann noch mit Farah, war im Bildungsministerium und die haben bestätigt, dass wir alles in Hinche machen müssen. Gehen die Bewerbungen durch. Wir nehmen uns Zeit, uns mal richtig zu unterhalten. Nicht immer nur, ja, ja ich komme. Besprechen alles ganz ehrlich und offen, auch ihre private Situation, dass der Mann schon seit Jahren arbeitslos ist. Einfach wie man mit seiner Tochter oder Freundin sprechen würde. Fixen die Bedingungen für Ihren Arbeitsvertrag, die ich sehr fair finde und werde es Euch am Wochenende zur Entscheidung vorstellen.
Habe noch langes Gespräch mit unserer Rechtsanwältin, hatte einen Krach mit ihr vor 2 Tagen, auch alles mündlich. Ist aber wieder ok – wie sagt man so schön ‚alles wird gut‘. So, jetzt wird gepackt und ich freue mich auf zu Hause. Hoffentlich klappt das morgen mit dem Flieger und den Anschlüssen. Nochmals 1000 und 1000 Grüße an Euch von der großen haitianischen Familie hier. 
Tschau
Roswitha

Montag, 22. Juni 2015

Mittwoch und Donnerstag auf dem Plateau Central

Roswithas spannender Bericht vom Wochenende ein wenig verspätet:
Mittwoch wieder bei Dunkelheit bei Boetticher und wieder keinen Strom. Abends lief zwar lange der Generator, aber morgens mit kleiner Taschenlampe alles laden und konnte mir auch keinen Kaffee machen!!!!!W
Wir hatten vereinbart, dass Guivens noch in Banguange anruft, ob es geregnet wegen der Flüsse. 20 Uhr Anruf – kein Regen, wir können fahren.
Lade bei Pierre noch fast im Dunklen das Auto voll mit Bougainvillea Ableger, bei Olfs wartet schon Guerino, mit der Nachricht es hat dann doch noch Nachts geregnet, sollen wir fahren oder nicht? Laden auf alle Fälle mal den brutal schweren  Batterietisch und fahren zu Guivens. Entscheidung – wir versuchen es.
Fahrt nach Hinche super, kaufen dort noch die letzten Kleinigkeiten ein, dann geht’s los auf Piste.
Lotsen gehen voran
Die sonst trockene Schotterpiste ist jetzt nur noch ein einziger kitschiger Lehm Weg und überall sind große Pfützen, wo man nicht durchfährt, sondern mehr durchrutscht. Auch überall tiefste Reifenspuren von den schweren LKWs. Schaffen es zum ersten Fluss.
Hier müssen wir vorbei
Uferseite
Dort hängen schon 2 LKW’S. der große geladen mit Holzkohle wohl schon länger, da sie im  Motor zumschrauben , die Übersetzung zum Schalthebel,  ist gebrochen. Muss nach dem Ausbauen dann nach Hinche zum Schweißen gebracht werden. Der 2 LKW in der anderen Richtung schafft es doch noch raus. Was tun? Es ist etwas Platz auf der linken Seite, aber wenn wir Pech haben rutschen wir auf den LKW. Kommen aber gerade so vorbei und schaffen den ersten Fluss. Bei jedem weiteren bleiben wir immer stehen, schauen uns an wie das Wasser läuft, bezahlen auch mal wen der vorgeht und schaffen irgendwie alle Flüsse. Also, ich bin ja kein Feigling, aber das Wasser ging den Leuten teilweise bis zum Popo und hat ja auch noch Strömung. Als wir am letzten, der zwar der breiteste ist aber nicht der tiefste, wussten wir dass wir es schaffen. Hier machte auch mal Guivens ein Foto von den Kindern, die alle vorgingen und dafür Geld bekamen.
In unserem Projekt wollte ich zu unserem Depot fahren, blieb auch hier gleich im ‚Batz‘ hängen und wir mussten das Auto erstmal ausschaufeln. Fahre es raus und wir tragen alles zum Depot.
Schauen uns gemeinsam den Kindergartenbau an. Schaut gut aus. Sind 2 Reihen Steine, soll auf 3 Erhöht werden. Des Depot ist zwar anstelle von 1 mtr nur 80 cm breit. Der lebende Gartenzaun fängt zum Treiben an, wird aber wohl noch 1 Jahr benötigen um dicht zu sein. Sollten im ersten Jahr noch eine Schnur darumziehen, damit die Kinder ‚nicht verloren gehen‘.
Alles wuchert und treibt durch die Nässe, wobei es den gepflanzten  Kokosnüsse an einzelnen Stellen zu nass ist. Aber Bohnen und Mais, das Gemüse alles explodiert   so richtig.
Das Wasserreservoir schaut richtig gut aus. Dann müssen noch innen die Eisentreppen gestrichen werden und oben die 2 Deckel eingemauert werden und auch gestrichen.
Beim Verwalterhaus gab es allerdings schon Probleme. Guerino hatte zwar gut in den Grundmauern die 2 Toiletten ausgespart,  aber als sie nun die Bodenplatte gegossen haben, haben sie alles oben zugegossen. An einer Seite zwar irgendwo ein Loch für die Toilette gelassen und auch 50 cm weiter weg eines für das Entlüftungsrohr, an der anderen Seite wohl total vergessen, da sie dort gerade am Löcher aufschlagen sind.
Wobei keines der Löcher da ist, wo es sein soll.
Holen die Pläne und irgendwie scheint es keiner mehr zu verstehen. Holen die Tonne und einen Stuhl der die Toilette sein soll und machen nun es mit ‚Objekten‘ klar. Zeichen viel mit Holzkohle auf der Bodenplatte und ich denke, ist jetzt klarer. So ganz klar wird es erst sein, wie die Toilette wirklich fertig ist. Werde heute nochmals mit ihnen genau aufzeichnen, wo das Loch geschlagen werden muss.
Wir packen meine Koffer aus und die beiden G/G und der Vorarbeiten wollen aus Lego was bauen. Geben es aber wieder auf, sind aber fasziniert, was die Kinder alles machen sollen.
Wir versuchen ein Memory gemeinsam zu spielen. Ab 3 Jahre und wirklich einfach Bilder. Aber wir 5 Erwachsenen, haben den größten Spaß und sind alle unfähig sich die Plätze wo war was zu merken. Wir werden also mindestens 2 Wochen mit unserem Personal spielen müssen, bis sie das alles auch verstehen, auch die Kinderbücher lesen.
Guivens und sein Vorarbeiter fahren zurück nach Maissade, wir hoffen sie kaufen was zum Essen. Der Schreiner ist gekommen für den Auftrag der Möbeln für den Kindergarten. Er will insgesamt 20.000 Gourdes, sind ca 400 US $.
Es fängt gegen 16 Uhr furchtbar zu regnen an, Gewitter und auch ein Wind. Wir suchen uns hinter den Containern eine trockenere Stelle. Der Regen will nicht aufhören. Auf unsere Außen Toilette zu gehen, würden man Gummistiefel bis übers Knie benötigen. Mir graut es, vor der Heimfahrt.
Weg zur Toilette
Guerino macht sich im Regen auf den Weg nach Maissade, wir bauen vorher noch  mit einer Holzplatte auf dem stabilen Batterietisch mir ein Bett. Bleibe alleine in unserem Freiluft-Depot.
Freitagmorgen, alles ist nicht nur klamm, sondern fast nass,  dicke Nebelschwaden. Ekeligst in die Klamotten zu steigen. Zwei Arbeiter schlafen in dem kleinen Holzhaus und bringen heißen Kaffee. Die ersten Arbeiter kommen, der Vorarbeiter fängt an Schnüre zu ziehen, G/G wollen ein kleines Stück Natursteinmauer machen, damit wir dieses gemeinsam ansehen. Also, es soll nur an diesem Tag gearbeitet werden, ist fast kein Zement mehr im Lager und nur noch wenig Sand da.
G/G kommen und bringen Frühstück mit. Gekochte Banane und etwas Ziegenfleisch. Guivens startet mit den Arbeitern, Guerino und ich gehen das Gelände ab.
An dem nicht befahrbaren Weg müssen an 3 Stellen Querrinnen gezogen werden, damit das Wasser abläuft. Der natürliche Weg ist durch eine Senke durch den Kindergarten. Dann haben sie das Wasserrohr unter dem Weg erneuert, liegt aber sichtbar weit oben, muss also wirklich tiefer eingegraben werden, wenn der erste LKW kommt ist es gleich wieder kaputt. Auf dem kleinen ersten Grundstück am Fluss, haben sie auf beiden Seiten des Flusses einen kleinen Art Tisch gemauert, mit einer Mulde, damit dort das Wasserrohr aufliegt, wenn es über den Fluss geht. Auf der neuen kleinen Seite, stimmt der Winkel nicht und das Rohr liegt nicht in der modellierten Senke, sondern oben auf dem Sockel, auf der Seite des grossen Grundstückes sind dann die Rohre auseinander, liegen offen da, toll geht jeder Dreck rein. Sind wohl durch den Wasserdruck auseinandergegangen. Allerdings repariert DINEPA mit dem Geld was wir gaben, gerade die Hauptleitung, sodass die Rohre trocken sind. Gott sei Dank haben wir schon den Brunnen gebohrt.
Ansonsten wächst alles wie irre dort. Allerdings ist der Mais stark zerfressen.
Kindergarten sieht man jetzt gut, dass von den stacheligen Bäumen nochmals 4 Stück entfernt werden können, da sie das Dach stören würden. Im März wollten wir so viel wie möglich sehen lassen, wegen Schatten, aber jetzt ist viel erkennbarer, was wir wirklich von dem stacheligen Zeug entfernen können. Bei 2 anderen stacheligen Bäumen hat Guerino zwei andere Bäume gesetzt, sobald die etwas grösser wären, könnten auch die restlichen stacheligen Bäume entfernt werden. Ich denke, man muss sich das nochmals nach Fertigstellung der Pavillions anschauen. Jetzt war halt die Devise so viel Schatten wie möglich zu haben.
Die Tiefe von 80 cm im abgetrennten kleinen Depot ist zwar extrem wenig, aber die Regale wären 35 cm breit, würde also gehen. Schade, dass es seit fast 4 Wochen regnet, die Baustelle fast eingestellt ist
Der lebende Zaun wurde fast komplett von 5 Jugendlichen gesetzt. Guerino machte nur ein kleines Stück als Muster. Der Wunsch der Bezahlung für das Team ist ein Fußball. Lt. Guerino müssen manche Setzlinge, die nicht angegangen sind ersetzt werden, dann werden sie den Fußball bekommen.
Gehen das Gelände von Tiro ab, beide Teile sind nun eingezäunt. Das erste ist noch immer Fussballplatz, der dazugekaufte Garten, einfach irre, wie durch den Regen alles wächst. Mais, viele Bohnen und Gemüsesorten, Papayas, Bananen. Schaut toll aus. Eine Schweinefamilie hat sich dort etabliert und einen kleinen Teil des Garten kaputt gemacht. Guerino jagt sie raus – werden wohl wieder kommen.
Guivens hat noch immer nicht den Aushub des Reservats weggefahren, haben das immer wieder auch per Mail gefordert, da mir schon klar war, wenn es regnet geht da gar nichts mehr. Das ist auch das Gelände, wo geplant ist von BND die Bohnen für die Schulspeisungen anzupflanzen.
Unsere Toilette muss versetzt werden auf den trockenen Teil, auf das Gelände von Tscholo, Richtung Hühnerstall. Allerdings ist die Bodenplatte nur reingerutscht, da zu wenig Ring für die Bodenplatte gemacht wurde und dieser Ring vom Oberflächenwasser sofort unterspült wurde.
Es gibt einen Teil auf dem Grundstück, wo sie die Pflanzen vorziehen, Jean Dorville hat Spinat ausgesät, Guerino Papaya und Reispflanzen vorgezogen. Als wir uns mit den Arbeitern meine Melone aus Port au Prince teilen, müssen alle ordentliche die Kerne ‚abgeben‘, damit man wieder neu aus säen kann.
Schauen uns das Modell Steinmauer an, Guivens war dort, stellen fest, dass er wohl erst in die Bodenplatte das Loch für die Toilette hätten schlagen müssen, bevor er die Mauer anfängt. Wieder Disskussion mit seinem Vorarbeiter. Säubern nun nochmals die Toilettenstelle und markieren es mit einem Filzstift.
Am Morgen war auch Eli von der Schule Billiguy gekommen. Hat die Gehälter für Mai und Juni bekommen. July und August ist vereinbart, dass wir erst die Inventur der von uns gekauften Bücher bekommen.  Er übergab mir auch den Antrag für die Schulerweiterung, eine Liste welche Arbeitshefte er neu für die Vorschule, erste und zweite Klasse benötigt, sowie ob wir für 75 Kinder die Schuluniform finanzieren können. Er erzählte, dass in Billiguy alles ok sei, am Freitag der letzte Tag der Abschlussprüfungen, daher Luc nicht mitkam.
Er wird sich auf um einen ‚Produzenten‘ für das Strohdach unserer Kindergarten-Pavillons kümmern.
Da wieder für Freitag und Samstag Regen angesagt ist, einerseits man ja wirklich nicht mehr viel am Gelände machen kann, wir auch alle Drei unruhig sind, dass wir nicht mehr durch die Flüsse kommen, entscheiden uns am Spätnachmittag noch nach Port au Prince zu fahren.
Fahren bei einem 2. Schreiner vorbei, sowie bei Pastor Colas.
Schaffen es durch die Flüsse und als wir in Hinche sind, fängt es zu regnen an. G/G rufen nach dem letzten Fluss laut ‚Port au Prince wir kommen‘.
Kommen gut Abends in Port au Prince an. Werden uns heute mit Farah treffen und Schuluniform, bzw. die ganzen Vorbereitungen für den Start planen.
Euch ein schönes Wochenende
Roswitha

Neuigkeiten aus Port-au-Prince

Wieder ein Tagesbericht von Roswitha aus Haiti- ungefiltert:
War heute bei Lailen und habe die Abrechnungen für Seeds gemacht.
Sie persönlich ist etwas traumatisiert gewesen, da sie vor einigen Tagen auf dem Weg von der Bank zum Krankenhaus überfallen wurde. Sie holte Bargeld für die Gehälter, bemerkte schon in der Bank, dass wohl 3 Männer so taten, als würden sie auch was erledigen. Fuhr im Krankenhaus in den geschlossenen Parkplatz, der Wächter machte das Tor zu, aber sperrte es nicht ab.
Einer kam mit dem Revolver rein, nahm ihr die Tasche ab, sie rannte nach, einige Leute auch, aber die 3 fingen sofort zum Schießen an.
Seeds läuft gut und nach dem Gespräch als wir im März hier waren, organisiert sich Lailen, dass sie auch andere Sponsoren in Canada und USA über Ihre Familien dort findet.
Komité in Haiti. Guinther, Rachelle, Benson
Rachelle und Guinther werden zur Zeugnisübergabe dort sein und gleich Kopien und Fotos machen. Wird Anfang Juli sein.
Ich habe Euch ja gerade den Sicherheitsrapport der amerikanischen Botschaft gesandt.
Probleme hier, dass wieder der Gourde verloren hat, alles teuer wurde. Die Hilfsorganisationen und auch die Minusta abziehen, Jobs wegfallen, weniger Geld im Umlauf ist. Ebenso sind die Wahlen in Planungen.
Letzte Woche bei BND hörten wir auch immer schießen, naja man nimmt es schon irgendwie normal und die Kommentare waren auch 'seit 4 Tagen kämpfen wieder Banden in Cite Soleil mit der Polizei'.
Traf mich mit Rachelle, Guinther und Benson. Sie erzählten, dass gerade wieder die Aktion Ausweisung aller Haitianer aus der Dom. Rep ist. Man spricht von 200.000 die von der DR nach Haiti zurückgesandt werden. Die meisten sprechen nur Spanisch da sie dort geboren wurden. Sie kommen ohne einen Cent, ohne Hab und Gut und werden wohl momentan in den leeren hässlichen Bauten am Stadtrand untergebracht. Rachelle sagt, sie sei auch arm, aber das ist wirklich noch grausamer was da gerade ist und alle Studenten, alle Organisationen versuchen etwas Geld, bzw. Hilfe zu organisieren.
Weiter sei es ein Chaos mit den Wahlen. Es haben sich 70 Präsidenten Kandidaten gemeldet, davon sind 12 vom Wahlausschuss ausgeschlossen worden, auch der jetzige Premier Minister. Weiter seien über 1000 Kandidaten für das Parlament. Es werden heiße Zeiten bis zur Wahl geben, das Datum steht noch nicht fest.
Patenschaften Port au Prince sind für Mitte Juli die Treffen geplant. San Marc ist ja immer erst wenn die Schule wieder losgeht, also irgendwann Ende September.
Habe mit Bellanger gesprochen, dort ist Zeugnisübergabe am Freitag. Guinther und Rachelle werden am Freitag mit dem Taptap hinfahren und auch die Kopien der Zeugnisse und Fotos machen, sowie den Scheck für die Lehrergehälter bringen.
Listen Barbara habe ich übergeben, melden sich. Es gibt wohl noch Unterlagen hier, die ich noch übernehmen werde.Rachelle muss noch 2 Jahre zur Uni, Benson noch 1 Jahr und Guinther auch noch 2 Jahre.
Benson hat Mords viel Spaß mit sTart. Ist quasi für die der Mann vor Ort und hat mit ihnen über Wochen als Übersetzer einen guten Job. Er übersetzt gerade für sTart ein Buch vom Englischen ins Creole und ist ganz begeistert.Will Seminare mit Eltern und Lehrer über die Entwicklungsphasen der Kinder machen.  Ihm geht es gesundheitlich etwas besser. Guinther auch seit Wochen krank, schaut abgemagert aus. Macht immer noch Musik als Hobby und sein Studium viel Spaß. Verdient sich auch ein bisschen Geld mit Sprachkurse oder als Übersetzer.
Von allen an Euch alle liebe Grüße
Roswitha