Donnerstag, 27. November 2014

Grundstück gekauft und Zaun errichtet


Wir hatten gegenüber den Verkäufern  unser Interesse bekundet und flogen nach Deutschland zurück. Im Laufe der folgenden Wochen erfuhren wir über Guivens, dass die Verhandlungen schon recht weit gediehen seien, die Verkäufer sich soweit einig seien, allerdings Silvio einer der Verkäufer noch mit seinen Erben verhandeln müsse. Silvio wolle das Grundstück verkaufen, da er es nicht mehr bewirtschaften könne, und er damit unser Projekt unterstützen wolle. Einer seiner Söhne oder Neffen, der in PaP lebt, sah das Geschäft seines Lebens und wollte auf keinen Fall das Grundstück verkauft wissen, sondern allenfalls verpachtet. Das kam und kommt für uns überhaupt nicht in Frage, so verabschiedeten wir uns innerlich von Silvios Landstück, das wirklich wunderschön ist und prima dazu gepasst hätte. Im April 2014 flog Roswitha alleine für 10 Tage nach Haiti um das Grundstücksgeschäft mit den verbliebenen zwei Verkäufern  soweit abzuschließen, dass es wenigstens vermessen, notariell beglaubigt und anbezahlt war. Leider ist ein paar Tage vor der Beurkundung der dortige Notar gestorben, so konnte der Kauf nicht beurkundet werden. Der Vermesser- eine Geschichte für sich, dokumentierte das ganze Vorgehen, erinnerte alle Verkäufer daran, dass sie jetzt ein absolutes Betretungsverbot für das Grundstück hätten und riet uns, auf jeden Fall den neu zu bestellenden Notar abzuwarten und nicht zu einem Notar außerhalb von Maissade zu gehen. Er argumentierte damit, dass es in Haiti weder ein Grundbuchamt noch ein Katasteramt gibt und somit stark auf das örtlich vorhandene Wissen vertraut werden muss. Nach Rücksprache mit uns anderen „Vorständlern“  entschied Roswitha, dass jeder Verkäufer nur eine Anzahlung erhalten sollte, der ganze Vorgang  bezeugt vom Vermesser. Da für unseren haitianischen Verein immer noch das Genehmigungsverfahren lief, war der zwar bedauerliche Tod des Notars letztendlich für uns aber ein  willkommener Aufschub.  Seit  April 2014 ist Haiti-Kinderhilfe, Ayiti  nun also Grundstückbesitzer, zwar noch nicht notariell beglaubigt, aber von einem staatl. bestellten Vermesser bezeugt. Ab April wurde schon gearbeitet am Grundstück, die Grenzen frei gelegt, die Grenzsteine nochmals extra gesichert mit einbetonierten roten Eisenrohren. Im August flog Andreas nach Haiti und kümmerte sich um den Zaun, der das ganze Grundstück umfrieden sollte. Zuerst als Absperrung gedacht,  änderten wir aber den Beschluss ab und machten aus Absperrung eine Deutlichmachung der Grenzen. Der Zaun ist inzwischen montiert. Eine Bepflanzung mit stachligen Kakteen, Pit und Bougainvillea erfolgt derzeit und wird einige Wochen dauern. Dazu noch die neueste Begenbenheit während Roswithas derzeitigem Aufenthalt:

Transport der Candelap

Als die Anwohner in Banguange mitbekamen, dass wir Candelap (diese speziellen Kakteen) suchten für den Zaun, war da von einigen die Aussage:"wenn Du was von meinen Candelap abschneidest, töte ich Dich". Wobei sich dann irgendwelche Nachbarn zusammen getan haben und erklärten, dass das Projekt ja wohl für ihre Kinder sei. Auf einmal bekamen wir alle Candelap für den gesamten Zaun umsonst, mussten nur den Transport organisieren, der immer weiter wurde. Wir haben also nur den Transport und das Einpflanzen bezahlt. Der Zaun mit Bepflanzung ist praktisch fast fertig. Das Engagement der Anwohner hat mich sehr gefreut.
Anm. Roswitha Weiss.
das Pflanz-Team

ca.1,2 km Zaun um das Grundstück.
Zaun fast fertig bepflanzt

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Verhandlungen


Versammlung der Verkäufer
zwei Verkäufer

Als wir uns am folgenden Tag dem Grundstück näherten, waren bereits alle Angrenzer mit dem eigentlichen Verkäufer vor Ort. Wir gingen die Grenzen ab und waren mehrere Stunden beschäftigt mit den verschiedenen inzwischen aufgetauchten potenziellen Verkäufern zu verhandeln.
In Deutschland mit den Vorstandskollegen sich austauschen und Abstimmungen über weitere Verhandlungen nahmen viel Energie in Anspruch, da die Internetverbindung schlecht bis miserabel war. Aber irgendwann klappte es doch, und wir erhielten von unserem Restvorstand daheim den Auftrag, über den Kauf zu verhandeln.  Mehrere Tage lang kamen wir nach den Besichtigungen von noch weiteren Terrains zu „unserem“ Grundstück zurück und ließen die Stimmung auf uns wirken. An unserem letzten Abend im Dezember wollten wir unser wirkliches Interesse bekunden und um einen Verkaufspreis bitten. Eingeladen hatte uns Nene Roschner.  Er wollte sein Grundstück verkaufen, um seine Kinder auf weiterführende Schulen schicken zu können. Wir stellten uns vor, erklärten unser Projekt bzw. die Vorstellung davon was mit dem Grundstück geschehen sollte, machten deutlich, dass wir nur alle drei Grundstücke zusammen kaufen würden und  überließen die Verkäufer dann ihren Diskussionen. Da wir ja noch keine endgültige Zustimmung zur Stiftungsgründung "Haiti-Kinderhilfe, Ayiti" hatten, somit noch nicht rechtsgültig kaufen konnten, waren keine weiteren Zugeständnisse möglich. Allerdings war uns klar, dass wir vom deutschen Finanzamt massiv Druck bekommen würden, wenn wir nicht endlich das Geld für das Grundstück ausgeben würden. So war der Stand am letzten Tag unseres Aufenthalts Plateau Central.

eine von ungezählten Reifenpannen bei der Grundstücksuche